
Neuordnung ZOB und Anlagenpark Tübingen
Seit 2018 · Auf Karte anzeigen
Auftraggeber: Universitätsstadt Tübingen
Größe: 105.000 m²
Erbrachte Leistungen: Lph. 1–9, artenschutzrechtliche Prüfung, städtebauliche Untersuchung, gewässerökologische Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Mitwirkung bei diversen Beteiligungsverfahren
Die Umstrukturierung des Tübinger Omnibusbahnhofs schafft viele neue Perspektiven: die funktionale Anknüpfung des Hauptbahnhofs an die Stadt, barrierefreie Zugänge und eine Radstation mit direktem Anschluss an das »Blaue Band« als zentrale Radverkehrsachse. Die Seeterrasse mit deren vielfältigen Nutzungsangeboten stellt den Übergang zum neugestalteten Anlagenpark her. Lebensräume für Pflanzen und Tiere werden weiterentwickelt.
Eine grundlegende Neuordnung des ZOBs sowie der Anschluss und die Neugestaltung des Anlagenparks sind die wesentlichen Schwerpunkte der Neuplanung. Entgegen der bisherigen Situation ist der neue ZOB parallel zur Bahnhofsfassade angeordnet. Das bestehende Vordach vor dem Bahnhof wird abgerissen und die historische Fassade des barocken Bahnhofsgebäudes freigestellt. Im Zuge der Bahnhofssanierung wir der ehemalige Arkadengang durch großflächige Glaselemente optisch wieder geöffnet. Die teilweise Anschüttung des Sockelbereichs ermöglicht zukünftig den barrierefreien Zugang zum Bahnhofsgebäude. Ein Baumhain spendet Schatten und führt das Grün des angrenzenden Anlagenparks bis auf den Bahnhofsvorplatz. Spielerisch fügen sich die Einzelüberdachungen entlang der Bussteigen in den Hain, die Dank Sitzmöglichkeiten und Wind- bzw. Regenschutz ausreichend Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.
Westlich der Gaststätte sind die Taxistellplätze angeordnet. Der ZOB-Ost schließt unmittelbar an den BA7 des Zinserdreiecks an. Das „Blaue Band“ als zentrale Radverkehrsachse wird im ZOB weitergeführt. Im Nordosten verläuft die Bügelstraße in Richtung Norden. Auf der Nordseite des ZOB-Ost wird das „Blaue Band“ weiter in Richtung Westen geführt. Dort kreuzt es die Bahnhofsallee, die als direkte Verknüpfung zwischen Bahnhof und Uhlanddenkmal die Verbindung in die Tübinger Innenstadt aufnimmt.
Als zentrales Gelenk dient die neue Radstation, in die eine Rampe zur Fahrradtiefgarage integriert ist. Zusätzlich finden in ihr öffentliche Toiletten, ein Café, eine Werkstatt und zusätzliche Fahrradabstellplätze ihren Platz. Über eine großzügige Sitzstufenanlage mit integrierten Treppen und einer barrierefreien Rampe wird der Höhenunterschied überbrückt und der Zugang zum Anlagenpark hergestellt. Ein Wasserspiel schafft die optische Verknüpfung, gliedert die Platzfläche und lädt zum Verweilen ein.
Der künftige ZOB ist nur für Taxen, Busse, Anlieferverkehr und Einsatzfahrzeuge zu befahren. In Richtung Westen gelangt man zum Jugend-Café, welches mit der neugeplanten Fahrradbrücke den westlichen Eingang zum ZOB bildet. Nördlich des Mühlbachs finden nur minimale Eingriffe statt, um den Anforderungen des Artenschutzes gerecht zu werden. Der Mühlbach bleibt erhalten und seine Ufer werden leicht überarbeitet. Um mehr Raum für Veranstaltungen und Freizeitnutzungen zu erhalten und das Verhältnis von Grün- und Seefläche zu optimieren, wird der Anlagensee verkleinert. An der Mündung des Mühlbaches entsteht eine ökologische Zone, die als Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen dient. Neue Wegeachsen durchziehen den Anlagenpark und schaffen verschiedene Zugangsmöglichkeiten im Uferbereich. Im Osten bleibt der wertvolle Baumbestand erhalten und wird ergänzt. Hier entsteht ein einladender Hain, der den optischen Abschluss des Parks bildet und die Bahnhofsallee rahmt. Um das nördliche Uhlanddenkmal entstehen PKW-Stellplätze und eine bessere Wegeverbindung zur Plataneninsel.
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