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Kreuzottermonitoring und Erstellung von Fachkonzept zur Habitatoptimierung

Seit 2025 · Auf Karte anzeigen

Auftraggeber: Landkreis Titisee-Neustadt

Größe: Gesamter Landkreis

Erbrachte Leistungen: Kartierung und Datenverarbeitung inkl. kartographischer Darstellung, Erstellung von Fachkonzept zur Habitatoptimierung im Landkreis Titisee-Neustadt, Koordinierung Ehrenamtlicher und Öffentlichkeitsarbeit (SWR-Beitrag)

Im Projekt „Kreuzottermonitoring und Habitatoptimierung im Landkreis Titisee-Neustadt“ führt bhmp Kartierungen zur Erfassung und Dokumentation der örtlichen Kreuzotterpopulation durch. Auf dieser Datengrundlage wird ein Fachkonzept mit Maßnahmenvorschlägen für vorhandene Habitatflächen sowie die Erweiterung des derzeitigen Lebensraums auf Potenzialflächen erstellt.

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist eine Art, deren Bestand als stark rückläufig eingeschätzt wird (Rote Liste Deutschland, Kategorie 2: „stark gefährdet“). Kreuzottern kommen heute meist nur noch in verinselten Restpopulationen vor, die aufgrund anthropogen bedingter Barrieren zusätzlich unter einer starken Fragmentierung leiden. Über die tatsächlichen Wanderbewegungen zwischen den Teilhabitaten ist bislang nur wenig bekannt – hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, um wirksame Schutzkonzepte entwickeln und umsetzen zu können.

Die Kreuzotter (Vipera berus) bewohnt im Südschwarzwald vor allem offene, strukturreiche Lebensräume, die Habitatelemente wie Sonnenplätze, Deckungs- und Jagdmöglichkeiten …
… sowie Winterquartiere bieten.


Im Raum Titisee-Neustadt im Südschwarzwald (780 bis 1.200 m ü. NN) existiert noch eine Population unbekannter Größe und Ausbreitung. Aufgrund des Klimawandels sind viele Vorkommen in Baden-Württemberg nur schwer zu erhalten, sodass insbesondere die hochgelegenen Populationen die besten Fortbestandsprognosen aufweisen. Der Erhalt und die Förderung dieser Restpopulation im Südschwarzwald ist daher aus arten- und naturschutzfachlicher Sicht von hoher Bedeutung.

Strukturreiche Übergangsbereiche zwischen Wäldern, Mooren oder Feuchtgebieten in Flussauen und extensivem Grünland sind dabei besonders wertvoll.
Trockene, sonnenexponierte Randzonen und strukturgebende Elemente wie Steinriegel erhöhen die Habitatqualität und fördern die Vernetzung geeigneter Teilhabitate.

Ziel ist es, eine fundierte Bestandsaufnahme der Population und der Lebensraumqualität durchzuführen, in dem zunächst Altdaten zusammengetragen und danach die aktuelle Verbreitung der Art sowie die Flächennutzung durch gezielte Kartierungen untersucht werden. Auf dieser Grundlage können anschließend Pflegemaßnahmen entwickelt werden, die den bestehenden Lebensraum aufwerten und ausweiten sollen.

Im Rahmen von Erhaltungs- oder Ausgleichsmaßnahmen der Gemeinde pflegt die Gemeinde bereits regelmäßig Böschungen entlang von Straßen und Bahntrassen.
Zusätzlich werden Reisig- oder Totholzhaufen für die Kreuzotter angelegt.

Sogar der SWR berichtete im Mai 2025 über das Kreuzotter-Monitoring: Unsere Herpetologin sowie Vertreterinnen und Vertreter des Regierungspräsidiums wurden dabei bei der Kartierung von Kreuzottern begleitet und zu den Habitatansprüchen sowie zu möglichen Schutzmaßnahmen befragt.

Wussten Sie …
… dass schwarze Kreuzotter auch melanistische Kreuzotter genannt wird? Ihre Schuppen sind durch einen überschüssigen Anteil an schwarzem Farbpigment (Melanin) dunkel gefärbt. Melanismus ist eine natürliche Farbvariante, keine eigene Unterart oder Mutation, und tritt bei Kreuzottern relativ häufig auf – besonders in Gebirgsregionen oder kälteren Lebensräumen (z. B. im Schwarzwald, in Skandinavien oder in höheren Lagen der Alpen). Dunkle Tiere erwärmen sich schneller in der Sonne, was ihnen in kühlen Klimazonen einen thermischen Vorteil verschafft. Der Nachteil ist aber, dass sie durch ihre dunkle Färbung auffälliger für Fressfeinde sind, was das Risiko von Prädation erhöhen kann.

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