Exkursion in den Nationalpark Nordschwarzwald
16. September 2026
Unter der Führung der Nationalpark-Rangerin – unsere ehemalige Kollegin Milena Kreiling – erkundete das Team der Landschaftsplanung am 9. September den Nationalpark Nordschwarzwald.


Während einer knapp dreistündigen Wanderung führte uns Milena durch verschiedene Bereiche des Nationalparks. An ausgewählten Standorten wurden unterschiedliche Themen vorgestellt und diskutiert. Dazu gehörte unter anderem der aktuelle Zusammenschluss der beiden Teilflächen des Nationalparks. Ebenso wurde auf den Borkenkäfer in den Fichtenbeständen eingegangen sowie auf den Umgang mit diesem Forstschädling und gleichzeitigem „Landschaftsgestalter“ innerhalb der verschiedenen Nationalparkzonen. Denn die durch den Borkenkäfer initiierte, natürliche Waldumwandlung lässt auch wertvolle Lebensräume für seltene Arten wie den Dreizehenspecht, den Sperlingskauz sowie Sieben- und Gartenschläfer entstehen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Auerhuhn thematisiert, dessen Bestände seit Gründung des Nationalparks starke Rückgänge zu verzeichnen hatten. Die Art profitiert ebenfalls von den lichteren Waldstrukturen, die durch das Absterben der Fichten entstehen. Aktuelle Monitoring-Ergebnisse lassen vermuten, dass sich die Bestände derzeit wieder erholen.

Weiter ging es vorbei an den Grinden, den für den Schwarzwald typischen Bergheiden, die durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung des Menschen entstanden sind. Diese wertvollen Habitatflächen werden heute durch verschiedene Beweidungskonzepte gepflegt. Der Erhalt eines „Grinden-Bands“ welches sich durch den Nationalpark zieht, kommt den seltenen Arten wie Kreuzotter und Wiesenpiper zugute, die auf diese Lebensräume angewiesen sind.



Die Wanderung führte unser Team anschließend durch den Bannwald „Wilder See“, das älteste Naturwaldreservat Baden-Württembergs, in dem sich der Wald seit über 100 Jahren selbst überlassen wird. Von unserem Wanderweg aus bot sich ein beeindruckender Ausblick auf den Wilden See, einen eiszeitlichen Karsee.



Auch die Themen Luchs und Wolf im Schwarzwald wurden aufgegriffen und, wie auch die anderen Aspekte und Themen des Nationalparks, von unserem interessierten Team diskutiert, hinterfragt und um Erfahrungen aus der Landschaftsplanung und Landschaftspflege ergänzt. Für alle Beteiligten war es ein erkenntnisreicher und vor allem schöner Ausflug, der mit einem gemeinsamen Abendessen im Lebenshof „Mut im Bauch“ einen gelungenen Ausklang fand.


