Stadträumliches Entwicklungskonzept Innenstadt Mengen

Gegenstand des Wettbewerbs war die Neugestaltung der Hauptstraße von Mengen, einer oberschwäbischen Kleinstadt im Landkreis Sigmaringen mit ca. 10.000 Einwohnern. Die historische Altstadt erhält einen durchgehenden homogenen Stadtboden der die Lesbarkeit des Stadtgrundrisses stärkt und der Altstadt eine durchgängige Identität verleiht.

Zeitraum:

2010 Wettbewerb

Standort:

Innenstadt Mengen

Leistungen:

Wettbewerb

Der klar abgegrenzte Grundriss der mittelalterlichen Fuhrmannstadt Mengen wird durch einen noch durchgängig erhaltenen grünen Ring eingefasst. Die von Ost nach West verlaufende Hauptstraße markiert den historischen Handelsweg und ist gleichzeitig der wichtigste öffentliche Raum der Altstadt. Der nördlich der Kernstadt gelegene Flusslauf der Ablach ist ein weiterer wichtiger Baustein im räumlichen Stadtgefüge.

Durch ein integratives Konzept, das verkehrliche, funktionale und gestalterische Gesichtspunkte verbindet, soll die Altstadt künftig als Einkaufsstandort, kulturelles Zentrum und Identifikationsort für die Bürger ausgebaut werden. Ziel ist eine stärkere emotionale Bindung zwischen Bürger und Stadtraum, ein mehr an Heimatgefühl.

Die Hauptstraße mit ihrer charakteristischen mäandrierenden Form wird wie ein steinernes Flussbett in einem durchgängigen Natursteinbelag aus hellem Granit gestaltet, die Aufweitung im Bereich des Rathaus und der Martinskirche als Platzräume integriert und der trichterförmige Platzraum bei der Volksbank als Eingangsplatz zur Altstadt ausgebaut.

Die Platzräume im Bereich der Hauptstraße (Platz vor dem Rathaus, an der Martinskirche, vor der Volksbank) werden von Parkierung freigehalten. Potentiale für ergänzende, innenstadtnahe Parkierung gibt es am Schillerplatz, am westlichen Stadteingang so wie in Form von Tiefgaragen bei den neu geschaffenen Quartieren in der Reiserstraße.

Grundlegende Idee des Freiraumkonzeptes ist es, den Ring um die Altstadt zu betonen und die Erlebbarkeit bzw. den Zugang zum Wasser als identitätsstiftenden Faktor der Stadt zu stärken.

Die Flächen um die alte Stadtmauer werden von Baumpflanzungen freigehalten. Lediglich am Rand zur Neubebauung gibt es Baumblöcke, die die Raumöffnungen betonen und eine Raumdefinition vor allem nach Westen herstellen. Die bestehenden Gärten an der Stadtmauer bleiben erhalten. Lediglich zur Ablach hin geben die Gärten einen Streifen ab, um den öffentlichen Bereich am Bach großzügiger zu entwickeln.

Im Bereich der Altstadt akzentuieren lediglich Einzelbäume den mittelalterlichen Stadtgrundriss, während in der erweiterten Innenstadt z.T. auch Straßen begleitende Bäume eingesetzt werden.

An einzelnen Punkten der Innenstadt (Auf dem Hof, Schillerplatz) sorgen Baumblöcke für Raumgliederung und Ordnung und werden mit den Baumarten Linde, Schnurbaum und Esche individualisiert.

Ein zweiter wichtiger Baustein des Grünkonzepts, ist die Promenade an den Grachtenhäusern. Gegenüber dem neuen städtebaulichen Blickpunkt öffnet sich ein formaler Uferbereich mit kleinen Sitzplätzen zum Wasser.

Aus der Altstadt heraus werden die Wegeverbindungen bis zum Wasser geführt. Dort sind kleine Treppen und Ausblicke die die Stadt ans Wasser führen und ein intensives Wassererleben ermöglichen.

Die Kante zum Wasser springt differenziert vor und zurück und ist gekennzeichnet durch den Wechsel zwischen naturnahen Bereichen und formal gestalteten Treppen und Steganlagen. Auf der Westseite des Grünrings wird der bisher verdolte Ölbach freigelegt. Die naturnahe Gestaltung des Bachlaufes wird durch kleine Spielbereiche akzentuiert. An der Mündung zur Ablach weiten sich die Gewässer und sind vom großen angelagerten Spiel- und Aufenthaltsbereich erlebbar.

Auftraggeber:

 

Auslober: Stadt Mengen

Betreuer: LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH

Leistungen:

Wettbewerb

Projektpartner:

Voegele + Gerhardt Stadtplaner Architekten Karlsruhe

Wettbewerbe:

1. Preis

Zeitraum:

2010 Wettbewerb

Standort:

Innenstadt Mengen