04. August 2017  Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Hardt

Geschosswohnbau fängt den Bedarf auf

Entwurf für „Vierundzwanzigmorgenäcker" - „Klötze passen nicht in den ländlichen Raum"

Die Informationsveranstaltung zum Thema „Bebauungsplan Vierundzwanzigmorgenacker" in der Spöcker Spechaa-Halle brachte Klarheit über die städteplanerische Ausrichtung dieses Bebauungsplans. Bürgermeisterin Sylvia Tröger erklärte, das Ziel sei, den hohen und dringenden Bedarf an Wohnraum zu decken und außerdem den Bürgern ein qualitativ ansprechendes Wohnen zu ermöglichen: „Die Menschen sollen dort bleiben können, wo sie leben wollen."

Aus diesem Grundsatz leite sich dieser Bebauungsplan in Spöck ab, der in „einem guten Prozess" zwischen Stadtverwaltung, Planungsbüro, Gemeinde- und Ortschaftsrat entstanden sei. Nun werde der Vorentwurf präsentiert. Danach sei bis zum 8. September Zeit, Anregungen und Bedenken vorzubringen. Durch unterschiedliche Farbgebung zeige dieser sehr deutlich die Vielfalt der Hausformen und die durchaus gewünschte Verdichtung des Wohnens, aber auch die Beachtung der Ökologie durch die Möglichkeit begrünter Dächer und die angestrebte Aufenthaltsqualität für Familien, Kinder und Senioren.

Tobias Müller vom Planungsbüro bhm erläuterte die Grundzüge der Planung, wie er sie im Gemeinderat vorgestellt hatte (die BNN berichteten): Die 6,7 Hektar große Fläche wird mit einer versetzt durchgehenden Straße vom Steinbückelweg bis zur Schule erschlossen. In der Mitte teilt ein querverlaufender Grünzug mehrere Wohnfelder. Eine Karte wies mit unterschiedlicher Farbgebung aus, wo welche Bauformen vorgesehen sind. Vorwiegend wird es dreigeschossige Mehrfamilienhäuser geben, und fast alle Gebäude erhalten Flachdächer. Daraus ergab sich die Anmerkung einer Bürgerin, solche „Klötze" passten nicht in den ländlichen Raum.

Sylvia Tröger antwortete mit dem Hinweis auf den hohen Bedarf, der durch den Geschosswohnungsbau am besten aufzufangen sei. Dabei habe die Dachform nicht die erste Relevanz. Diese Bauform sei in Spöck zwar neu, aber das Ortsbild von Spöck werde sich über die Jahrzehnte verändern, und sie halte den Entwurf für gelungen. Die nächste Frage nach einem Seniorenwohnheim beantwortete sie damit, dass in eben solchen Häusern sehr viel Barrierefreiheit möglich sei.

Thomas Dopfer vom Erschließungsbüro beantwortete die Frage nach Bauträgern, dass Anfang 2018 die Gespräche mit den Eigentümern geführt würden. Er empfehle jedem, sein Grundstück an die Stadt zu verkaufen. Diese werde dann mit mehreren Bauträgern zusammenarbeiten. Die Frage nach wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten wurde eher ablehnend beantwortet. Der Frage, wie groß die Möglichkeit der Bürger sei, jetzt noch Einfluss zu nehmen, begegnete Dopfer mit dem Hinweis auf „die Gewichtigkeit der Stellungnahmen und Argumente". Ortsvorsteher Manfred Beimel dankte den Bürgern für ihr starkes Interesse und das offene Gespräch und forderte sie nachdrücklich auf, „sich mit den Planungen gedanklich auseinanderzusetzen, denn es ist unser Baugebiet".

 

 

EXPERTEN ZUM BEBAUUNGSPLAN (von links): Stutensees Bürgermeisterin Sylvia Tröger, Tobias Müller (Planer), Christopher Susimaa und Thomas Dopfer (Erschließungsbüro) und der Spöcker Ortsvorsteher Manfred Beimel. Foto: Lother

Pressemitteilung