08. Dezember 2016  Quelle: BNN

Zum Ablaichen vom Rhein bis in die Saalbach

Austausch von Informationen aus dem gesamten Landkreis beim Gewässernachbarschaftstag

Referate zu verschiedenen wasserwirtschaftlichen Themen standen gestern auf dem von der Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung und dem Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz im Landratsamt Karlsruhe organisierten Gewässemachbarschaftstag in Waghäusel auf dem Programm. Die Verkehrssicherheitspflicht an Gewässern, die Pflege der Randstreifen und die Gewässerschau waren einige der Themen, zu denen Mitarbeiter des Landratsamts im Großen Sitzungssaal des Waghäusler Rathaus referierten.

„Alle Referate beschäftigen sich mit den verschiedenen Aspekten der Gewässerunterhaltung und bieten Informationen, die den Gemeinden bei der Pflege ihrer Gewässer helfen sollen", erklärte der Sachgebietsleiter im Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz und Betreuer des Nachbarschaftstages, Michael Reuschenbach. Gewässerpflege ist nämlich häufig Sache der Kommunen und Gewässernachbarschaftstage haben vor allem die Aufgabe, die Kommunen zu beraten. „Dazu gehört beispielsweise auch, dass wir die Kommunen über neue gesetzliche Regelungen aufklären", erklärte Reuschenbach. Aber neben der Fortbildung der kommunalen Mitarbeiter diente die Veranstaltung in Waghäusel auch dem Informationsaustausch.

„Wir nutzen diesen Tag, an dem die Umweltschutzbeauftragten und die Mitarbeiter der Bauhöfe aus dem gesamten Landkreis zusammenkommen auch, um Informationen zu sammeln", so der Leiter des Amtes für Umwelt- und Arbeitsschutz, Joachim Schneider. Informationen, die etwa zur Aktualisierung der Hochwassergefahrenkarte für den Landkreis gebraucht werden. „Jede Veränderung, die eine Kommune auf ihrer Gemarkung an einem Fließgewässer durchführt, hat möglicherweise Auswirkungen auf den gesamten Fluss- oder Bachlauf, deshalb müssen solche Veränderungen regelmäßig in die Hochwassergefahrenkarte mit einberechnet werden", so Reuschenbach.

Nach dem Informationsaustausch am Vormittag stand dann am Nachmittag die Neugestaltung des Wagbachs bei der Eremitage Waghäusel im Mittelpunkt. „Der Wagbach war hier auf dem Gelände des ehemaligen Südzuckerwerkes vollständig überbaut, und daher für Fische und andere Lebewesen komplett unpassierbar", erzählte der Kollege von Reuschenbach, Werner Heidelberger. In einem der größten natumahen Gestaltungsprojekte des Landkreises Karlsruhe wurde der Wagbach dann im Sommer in ein neues, mehr als einen Kilometer langes Bachbett umgeleitet.

„Damit haben wir den Wagbach für Wanderfischarten, die zum Laichen aus dem Rhein in den Oberlauf seiner Zuflüsse wandern müssen, wieder passierbar gemacht", erklärte Heidelberger. Durch verschiedene andere wasserbauliche Maßnahmen können bedrohte Arten wie die Bachforelle zum Ablaichen jetzt sogar wieder aus dem Rhein über die Wagbach bis in die Saalbach wandern. „Damit haben wir hier zumindest schon teilweise die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt", berichtete Heidelberger. Die schreibt den EU-Mitgliedsländern nämlich unter anderem vor, dass sie den ökologischen Zustand ihrer Gewässer bis spätestens 2021 deutlich verbessern müssen.