15. Februar 2017  Quelle: Backnanger Kreiszeitung

Eldorado für Individualtouristen

DerSporterlebnispark in Allmersbach im Tal nimmt Gestalt an - Große Boulderanlage und Komfortplatz für Wohnmobilisten

Ein Specht klopft gegen einen Baum, ansonsten ist es fast still an diesem Morgen bei der Gaststätte der Berg- und Wanderfreunde Allmersbach im Tal. Dass das Lokal gerade einer Verschönerungskur unterzogen wurde. sieht man an den zum Abtransport bereitgestellten, ausgedienten Utensilien. Auch personell gibt es Veränderungen. Torsten Wrobel und Denise Alexandrowa sind die neuen Pächter.

Unterhalb der direkt am Landschaftserlebnisweg 's Apple gelegenen Gaststätte Wandertreff Waldeck liegt der Sporterlebnispark, für den noch einige Arbeiten anstehen. Das Einweihungsfest „mit großem Bahnhof" ist am 13. Mai, wie Bürgermeister Ralf Wörner erklärt. Denn der neue Erlebnispark mit zehn Wohnmobilstellplätzen zwischen Hainbuchenhecken und kompletter Infrastruktur entstand im Zusammenhang mit dem Masterplan Landschaftspark Murr-/ Bottwartal. Am darin enthaltenen Wohnmobilkonzept, einem Pilotprojekt des Verbands Region Stuttgart, sind acht Gemeinden beteiligt. Alle Projektpartner sind zum Fest im Mai eingeladen.

In Allmersbach im Tal ist ein Reisemobilhafen der Kategorie 1 „ Komfort" entstanden, wie es im Eachjargon heißt. Aus hygienischen Gründen sind die Frischwasser- und die Entsorgungssäule getrennt, und es wurde ein großer Bodeneinlauf für Grauwasser aus der Dusche oder der Küche gebaut. Zwei Stromsäulen stehen zur Verfügung. Die Sanitäranlagen inklusive Duschen kann man gegen ein Entgelt per Münzeinwurf nutzen. „Damit Vandalismus vermieden wird". versichert Wörner. Auch gibt es WLAN.

Die's Apple-Farbe findet sich fast überall wieder

Mächtig ist die frei zugängliche Boulderanlage, die genauso wie die Obstkisten nachempfundenen Bänke und Tische sowie das Geländer an der neu angelegten Treppenanlage zur Gaststätte die 'sÄpple-Farbe Rot aufnimmt. Die Klettergriffe müssen noch angebracht werden. Das soll aber erst geschehen, wenn der Platz drumherum fertig ist. Da die Kletterhöhe nicht über drei Meter hinausgeht, ist kein Fallschutz notwendig. Allein diese Anlage ist schon Attraktion genug, um auch Sportsfreunde von außerhalb anzuziehen.

In punkto Sporterlebnispark gibt es noch einige Entscheidungen zu treffen. Für das Feld in der Mitte ist eine in den Boden eingelassene, acht Meter lange Trampolinbahn in der Diskussion. Zudem beinhalten die bisherigen Pläne einen Soccer-Court und ein Basketballfeld.

Bei den fünf geplanten Glampinghüt-ten sind verschiedene Modelle in der engeren Auswahl: Ob es nun Ubernach-tungshütten im Obstkistendesign oder Pods werden, darüber hat der Gemeinderat noch zu befinden. Kosten zwischen 9Y00 und 18550 Euro je Hütte für zwei Personen und zwischen 14 000 und knapp 22 000 Euro je Hütte für fünf Personen stehen etwa im Raum. Reden müssen die Bürgervertreter obendrein darüber, wie der Zugang zu den Wohnmobil-Stellplätzen gestaltet wird. Eine Schranke mit Terminal an der Einfahrt würde über 20 000 Euro kosten, gibt Wörner zu bedenken. Günstiger sei eine elektrische Schranke. Eventuell könnten die Wirtsleute der Gaststätte die Schranke bedienen. Damit der Sporterlebnispark kein Lkw-Parkplatz wird, soll an der Einfahrt des Parkplatzes für Autos eine Höhenbeschränkung angebracht werden. Für Fahrzeuge, die mehr als zwei Meter hoch sind, gibt es dann kein Durchkommen. Schon länger ist die Linksabbiegespur zur Straße zwischen Allmersbach und Rudersberg gebaut. Auf dieser Höhe ist künftig auch die Gaststätte zu erreichen. Die alte, unübersichtliche, enge Zufahrt soll nur noch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt werden.

Fertig sind die beiden Boulebahnen. Daneben befinden sich Fahrradständer. Vier Pedelecs habe er bestellt, die über ein Online-System gebucht werden könnten, sagt Wörner. Dies wird vom Bund gefördert. Der in Farbfelder unterteilte Kräutergarten, der von Ehrenamtlichen gepflegt wird, ist vor einer ganzen Weile angelegt worden. „Von jetzt bis Herbst wird immer etwas blühen", weiß Sabine Reinhardt, Gärtnerin beim Bauhof, der die Gießarbeit übernimmt. Reinhardt weist auch auf die auf dem Platz neu gepflanzten, einmal rot blühenden Kastanien und die Elsbeeren-Pflanzun-gen hin. Freilich spielen auch Streuobstbäume eine Rolle. Schließlich werden Streuobstwiesen als grundlegende Identität des Teilraumes Weissacher Tal innerhalb des Landschaftserlebnisparks Murr-/Bottwartal gesehen.

Dass auf dem alten Sportplatzgelände ein derart über die Gemeindegrenzen hinweg bedeutendes Areal entsteht, ist nicht selbstverständlich. Die erste Planung für den ausgedienten Sportplatz sah einen Kräutergarten auf dem ehemaligen Fußballfeld vor. „Damals haben wir von 240 000 Euro geredet", so Rathauschef Wörner. Zwar sei es jetzt viel teurer geworden, „aber wir haben einen ganz anderen Gegenwert". Abzüglich der Zuschüsse muss die Kommune mit Kosten zwischen 900 000 und einer Million Euro rechnen. Zusammen mit dem Barfußpfad und dem Wassertretbecken ist ein Vorzeigeprojekt entstanden, das Jürgen Burr vom Vorstand der Berg- und Wanderfreunde als Aushängeschild für die Gemeinde bezeichnet.