26. Juli 2016  Quelle: Badische Neueste Nachrichten

"Der heutige Tag erfüllt mich mit Stolz"

Einweihung der Freianlagen um die Eremitage

Waghäusel. „Der heutige Tag erfüllt mich mit Stolz". Waghäusels Oberbürgermeister Walter Heiler blickte bei der Einweihung der Freianlagen um die Eremitage sowie der Offenlegung des Wagbaches vor über 200 Besuchern fast 20 Jahre zurück. „Als die Stadt 1997 das gesamte Areal mit einer Größe von mehr als 40 Hektar und vielen baufälligen Industriegebäuden von der Südzucker AG für den symbolischen Preis von einer Mark erhielt, sah es ziemlich düster auf diesem Gelände aus."

In den zurückliegenden 19 Jahren wurden für Abbrucharbeiten, Rückbau, Innen- und Außensanierung der Eremitage, Gartenanlagen und WagbachVerlegung insgesamt 17,3 Millionen Euro investiert. Durch das Land Baden Württemberg erhielt Waghäusel bis heute Zuschüsse in Höhe von 9,6 Millionen Euro. Aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz" kann die Große Kreisstadt bis Ende 2017 noch 413 000 Euro sowie aus dem Programm „Stadtumbau" bis zum 30. April 2018 noch 790 000 Euro abrechnen.

Heiler bemühte bei der Einweihungsfeier im Rahmen des Kultursommer Eremitage Waghäusel nicht nur das umfangreiche Zahlenwerk. Er erläuterte auch detailliert den nicht immer einfachen Weg durch die Instanzen. Bei der Verlegung des Wagbaches ging es grundsätzlich um die Frage, ob eine Sanierung der Verdohlung quer durch das Südzucker-Areal oder eine Offenlegung stattfinden soll. Die zu erwartenden Sanierungskosten des auf einen Kilometer verdolten Baches wurden auf 2,3 Millionen Euro geschätzt. „Zugleich wäre eine erneute Verdohlung aufgrund der EU-Wasserrahmenrichtlinien höchstwahrscheinlich nicht genehmigungsfähig gewesen", betonte das Stadtoberhaupt.

Bereits im Juli 2004 entschied der Waghäuseler Gemeinderat drei Varianten einer Offenlegung zu untersuchen. „Uns wäre ein Verlauf zwischen der historischen Mauer und der Eremitage lieber gewesen, aber das wurde vom Denkmalamt nicht genehmigt", erklärte OB Heiler. „Etwas einfacher war die Planung des Eremitage-Umfeldes", sagte der Rathauschef. Nach elfjährigen Beratungen und erfolgter Ausschreibung stimmte der Gemeinderat am 10. November 2014 der jetzt umgesetzten Variante zu. Jochen Bresch vom BHM-Planungsbüro erläuterte die Gestaltung des Eremitage-Parks, der eigentlich schon 1724 entstanden sei. Der Garten erhielt barocke Strukturen mit kleiner und großer Festwiese. Waldpark und einer öffentlichen Toilette. Eingesegnet wurde der neue Park von Pfarrerin Charlotte Hoffmann und Pfarrer Christian Breunig.

Link zum Kraichtal-TV-Bereicht "Waghäusel | Eremitagepark – Barock modern interpretiert" vom 29.07.2016