28. November 2015  Quelle: Rems Zeitung

Generationenpark „Malzéviller Platz" beschlossen

Waldstetter Bach soll erlebbar werden/Die Kosten betragen mehr als eine halbe Million Euro/Fertigstellung im Sommer 2016

Von Karl Schleicher

WALDSTETTEN. Fast eine halbe Million Euro soll sie kosten, die Erlebbarmachung des Waldstetter Baches und der angrenzenden Fläche im Bereich des Malzéviller Platzes. Dort soll ein „Generationenpark" entstehen. Diesen einstimmigen Beschluss fasste der Gemeinderat.

Wie bereits mehrfach berichtet, beschäftigt sich die Gemeinde seit geraumer Zeit mit der Erlebbarmachung des Waldstetter Baches. Ein erster Schritt war der Abbruch des alten Wehrs hinter dem Getränkemarkt und der Bau von Riegelrampen 2014. Der zweite Schritt am Malzeviller Platz wurde vom Bruchsaler Planungsbüro BHM mit Professor Sigurd Henne und dem Gemeinderat lange vorbereitet. Er geht auf die Waldstetter Agenda 2010 zurück und nimmt auch Anregungen einer Online-Befragung der Bürgerschaft auf.

Professor Henne erläuterte das Konzept. Farbasphaltierte Wege werden das Gelände erschließen, stabile Bänke und Steine am Bach laden zum Verweilen ein, Fahrräder können abgestellt werden und die Bepflanzung erfolgt mit heimischen Gewächsen. Die Spielbereiche für kleine und große Kinder - einiges ist schon vorhanden - umfassen mit Schaukeln, Wipptiere, Trampolins klassische Motorikelemente, außerdem Rutschen, Spieltürme, Klettergeräte, Spieltürme und eine Slackline, ein lockeres Balanceband in geringer Höhe. Dazu gesellen sich für Erwachsene und Senioren neben der bereits angelegten Boulebahn Outdoor-Fitness-geräte nach den „Fünf Esslingern" - ein Programm für lebenslange Fitness mit folgenden Übungen an verschiedenen Stationen: Kraft, Schnelligkeit, Balance, Beweglichkeit und Ausdauer.

Die Gesamtkosten inklusive Baunebenkosten belaufen sich auf stolze 460 000 Euro: 166 000 Euro für den Spielplatz am Bach, 179 000 Euro für die Umgestaltung des in Teilen schon bestehenden Kinderspielplatzes, 44 000 Euro für wasserbauliche Maßnahmen und 61 000 Euro für Wege. Die Sanierung und Gestaltung der Bachsohle schlägt mit 80 000 Euro zu Buche, so dass summa summarum 540 000 Euro zu stemmen sind. Die Verwaltung geht von 300 000 Euro Zuschüssen aus.

Die Arbeiten werden im Winter ausgeschrieben, im Frühjahr beginnen und im Sommer 2016 fertig sein. Hans-Josef Miller (CDU), Veronika Gromann (UB), Dieter Engelhardt und Christian Bundschuh (FWV) sprachen von einer gelungenen Konzeption, warnten allerdings vor einer Überfrachtung des nicht sehr großen Geländes. Engelhardt bezeichnete die Erlebbarmachung der Natur als den entscheidenden Faktor, Bundschuh legte den Finger in eine Wunde für den Einzelhandel - die wenigen Parkmöglichkeiten, „denn die Leute kommen nicht zu Fuß!" Ein weiterer Diskussionspunkt war die bezweifelte Akzeptanz durch die Senioren. Während Martin Mager (FWV) und sein Fraktionskollege Dieter Engelhardt sich „ein Turnen vor der Pizzeria" nicht vorstellen konnten, meinte Angelika Menrad (FWV), Frauen zeigten sich da im Gegensatz zu den Männern unkompliziertes. Am Schluss war die Entscheidung einstimmig für den Generationenpark. Weitere Maßnahmen zur Erlebbarkeit des Baches, etwa im Zuge des Rathausneubaus und der Erweiterung Richtung Mühle, werden angestrebt.