26. September 2015  Quelle: Mittelbadische Presse

Das ist Kehls neuer Vorzeige-Platz

Der Technik-Ausschuss beschäftigte sich mit der Gestaltung des Umfelds des künftigen Kulturzentrums

Das »Mauerblümchen«- Dasein des Platzes vor der alten »Tulla« soll ein Ende haben, das Außengelände des historischen Gebäudes soll ein attraktives »Gesicht« erhalten: Am Mittwoch wurde im Technik-Ausschuss die geplante Konzeption für das Umfeld des künftigen Kultur- und Bildungszentrums vorgestellt.

Kehl. Sigurd Karl Henne vom beauftragten Planungsbüro stellte seine konzeptionellen Ideen für das Umfeld und die Außenanlage der alten Tulla-Schule vor - »eine wichtige Schnittstelle der Stadt«, wie er betonte. Ziel sei es, das Gebiet als »urbane Fläche« zu entwickeln. Wichtig ist ihm: Die Außenanlage der »Tulla alt« soll als zusammenhängende Platzfläche gestaltet und aufgewertet werden und neben dem großen Platz an der Straße Am Läger auch die Blumenstraße, den Vorplatz des City Centers und die Fläche bei der »Tulla« an der Kinzigstraße umfassen. Henne nennt das eine zusammenhängende Platzfläche als »Klammer« um das alte Gebäude, wobei der Zusammenhang durch eine einheitliche Gestaltung der Oberfläche kenntlich gemacht werden soll.

»Geöffnet« werden soll die Fassade der »Tulla« im Erdge-schoss zur Blumenstraße hin durch gastronomische Nutzung bzw. ein Straßencafé. So soll auch der Vorplatz des City Centers »angebunden« werden. Auf dem Platz neben der Straße Am Läger kann sich nach Angaben des Landschaftsarchitekten zum Beispiel die künstlerische Beschäftigung, die im Gebäude stattfindet, widerspiegeln - in Form von Skulpturen. Auch kulturelle Veranstaltungen könnten auf dem Platz stattfinden. Hierzu stellte Henne die Idee von mobilen Bänken vor, die zu einer Bühne für Veranstaltungen umgebaut werden können.

r eine stärkere Begrünung des Platzes sollen zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Ziel sei die Entwicklung eines »Baumhains«, so Henne. Zudem soll eine Baumgruppe vor das City Center gepflanzt werden. »Wasserspiele« und Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche könnten ebenso die Aufenthaltsqualität des Platzes vor der »Tulla« verbessern.

Öffnung zum Läger

Wichtig ist dem beauftragten Landschaftsarchitekten zudem eine »Öffnung und Verknüpfung zum Läger« hin. Sie soll auch durch einen Weg hergestellt werden, der zur Ampelanlage in Richtung Läger führt. Der Weg (siehe auch die Grafik oben) soll den Blick freigeben auf den Platz und das Gebäude - ebenso wie am Eingang der Blumenstraße eine Öffnung in Richtung Platz besteht (s. Grafik auf Lokalseite 3).

Der Platz soll durch eine niedrige Mauer mit Zaun zur Marktstraße und der Straße Am Läger abgetrennt werden.

Baubürgermeister Harald Krapp verwies auf die bisherige »Randlage« des Platzes. »Der Stadtraum wird an dieser Stelle eine andere Bedeutung bekommen«, sagte er. Dies sei eine »riesige Entwicklungschance für die Innenstadt und für die City«. Krapp betonte auch, dass der neu gestaltete Platz nicht in Konkurrenz zum Marktplatz treten soll - zumal der »Tulla-Platz« ja auch wesentlich kleiner sei. Bei Letzterem stehe die »kulturelle Nutzung« im Vordergrund.

»Feiner, kleiner Platz«

Die Stadträte reagierten positiv auf die Vorstellung der Konzeption. Marina Nohe (Frauenliste) sagte, solch einen »feinen, kleinen Platz«, an dem man sich treffen und aufhalten könne, gebe es bisher nicht in Kehl. Hans-Jürgen Sperling (SPD) verwies darauf, dass der Platz im Zusammenhang mit der künftigen Nutzung des Lägers gesehen werden müsse. Diese Diskussion über den Läger sei noch nicht geführt worden.

Das beauftragte Ingenieurbüro wird jetzt die voraussichtlichen Baukosten für die Entwurfsplanung erarbeiten. Sie werden dann den politischen Gremien in einer der nächsten Sitzungen vorgestellt.