15. Oktober 2015  Quelle: Mittelbadische Presse | www.bo.de

Stillgelegter Acker soll Wiese werden

Im Gewann »Hädri« bei Windschläg haben Bauarbeiten für eine Öko-Konto-Maßnahme begonnen

Willstätt/Offenburg-Windschläg (red/mmü). Auf einer gemeindeeigenen Fläche ne­ben der Autobahn A 5 und der Bahnlinie bei Windschläg setzt die Gemeinde Willstätt der­zeit eine Öko-Konto-Maßnah­me um.

Für die Planung von Wohn- und Gewerbegebieten sowie andere Projekte, die durch Flächenversiegelung und Bebau­ung in die Natur und Land­schaft eingreifen, benötigt die Gemeinde laut Naturschutz­recht Ausgleichsflächen oder -maßnahmen. Diese im Rah­men der jeweiligen Vorhaben zu finden, ist trotz umfang­reichen Flächeneigentums der Gemeinde nicht immer ein­fach. Außerdem führt der Zeit­druck oftmals nicht immer zu den günstigsten Ergebnissen.

Mit einem Öko-Konto kön­nen solche Ausgleichsmaß­nahmen zunächst unabhängig von konkreten Vorhaben so­zusagen »bevorratet« werden. Dabei können nach und nach auf den einzelnen Gemarkun­gen die für Ausgleichs- oder Öko-Konto-Maßnahmen güns­tigsten Flächen ausgewählt und ohne Zeitdruck abge­stimmt werden.

Extensiv bewirtschaftet

Die etwa 16,5 Hektar große Fläche liegt im Gewann »Häd­ri« und ist Bestandteil eines eu­ropäischen Vogelschutz- und Naturschutzgebietes. Der größ­te Teil der Fläche ist seit Jah­ren stillgelegtes Ackerland, das wieder in die ursprüngliche Wiesennutzung zurückge­führt werden soll.

Das Konzept wurde zusam­men mit den betroffenen Bewirtschaftern sowie Jagdpäch­tern von der Verwaltung und einem Planungsbüro entwi­ckelt. Entsprechende Erdar­beiten wurden vor einiger Zeit durch eine Legelshurster Baufirma ausgeführt. Dabei wur­den vorhandene Mulden zu Flachgräben ausgeformt und entsprechende Überfahrten hergestellt. Das Gelände wur­de als Nasswiese angesät und soll anschließend extensiv be­wirtschaftet werden, sodass wieder artenreiche Wiesen ent­stehen können. Die Flächen gehen somit der landwirtschaft­lichen Nutzung nicht verloren. Im Zusammenhang mit die­ser Öko-Konto-Maßnahme musste auch eine neue Über­fahrt über den Kammbach gebaut werden. Die entspre­chenden Erd- und Rohrverlegearbeiten wurden an eine Rheinauer Firma vergeben.