05. Februar 2015  Quelle: Badische Zeitung

Reihe von Einwänden zum Forum am Rhein

Ortschaftsrat Altenheim billigt Bebauungsplan

ORSCHAFTSRAT ALTENHEIM BILLIGT BEBAUUNGSPLAN

Reihe von Einwänden zum Forum am Rhein

Mehrere Einwände kamen von Trägern öffentlicher Belange zum Bebauungsplanentwurf für das Forum am Rhein. Nach entsprechenden Änderungen hat nun der Ortschaftsrat Altenheim dem Entwurf zugestimmt.

NEURIED-ALTENHEIM. Die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange zum Entwurf für das geplante Forum am Rhein hat eine ganze Menge an Bedenken ergeben. Einigen dieser Einwände ist das Planungsbüro Bresch-Henne-Mühlinghaus gefolgt und hat die Pläne abgeändert. Der Ortschaftsrat hat am Mittwochabend den überarbeiteten Entwurf einstimmig gebilligt. Wenn der Gemeinderat am kommenden Mittwoch ebenso zustimmt, erfolgt die Offenlage des Bebauungsplans.

Einige Einwände seien vom BUND genannt worden, erläuterte Daniel Walter vom Planungsbüro. Unter anderem, dass das Forum Rhein teilweise im naturschutzrechtlich geschützten Bereich liege (Flora-Fauna-Habitat = FFH-Gebiet) und auch der regionale Grünzug hier durchführe. Auch das Landratsamt hatte in einer Stellungnahme darauf hingewiesen, dass verschiedene Stellungnahmen von Verbänden eingegangen seien, "die das Projekt strikt ablehnen". Das Amt empfahl deshalb, "eine FFH-Verträglichkeitsprüfung vorzunehmen, da von rechtlichen Verfahrensschritten gegen das Projekt auszugehen ist".

Diesen Anregungen sei man gefolgt, so Walter, und habe den Bebauungsplan so weit reduziert, dass weder Magerwiesen noch Gewässerrandstreifen noch der Überschwemmungsbereich selbst, in dem eh jedes Bauwerk untersagt sei, benötigt werden. Eine FFH-Verträglichkeitsprüfung werde erstellt, und für den Grünzug sei ein Zielabweichungsverfahren in die Wege geleitet worden. Weitere Einwände von Landratsamt, Regierungspräsidium Freiburg und Handelsverband Südbaden bezogen sich auf die Größe des überbaubaren Gebiets und auf die Verkaufsflächen für die Geschäfte im Forum.

Aufgrund dieser Bedenken sei der überbaubare Bereich auf 80 Prozent und die Verkaufsflächen auf 800 Quadratmeter reduziert worden, so Walter. Die Planungen sehen jetzt einen Laden mit regionalen Produkten von beiden Seiten des Rheins mit 400 Quadratmetern vor, ein Geschäft für den Bedarf des Wassersports und der Freizeitgestaltung mit 250 Quadratmetern sowie einen Kiosk mit 150 Quadratmetern.

Von der Polizei sei der Hinweis gekommen, dass der Platz am Rhein gerne als Aufstellfläche für Schwerlastverkehr genutzt werde. Walter sagte dazu, dass diese Nutzung nicht geregelt sei und es darüber hinaus nicht klar sei, ob Fahrzeuge dieser Gewichtsklasse überhaupt auf der Staustufe stehen dürften.

Zum Schutz von Natur und Landschaft sei vorgesehen, für Mauer- und Zauneidechsen Trockenmauern zu errichten sowie Gabionen – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – aufzustellen. Die Fassaden des Gebäudes sollen vogelfreundlich gestaltet und insektenverträgliche Lampen aufgestellt werden. Trotzdem bleibe aufgrund des Eingriffs ein Kompensationsbedarf von knapp 70 000 Ökopunkten, die durch das Anlegen von Streuobstwiesen bei Ichenheim erzielt werden sollen.

Bernd Uebel (SPD) wollte wissen, wo denn die ganzen Autos parken sollen, wenn das Forum dort gebaut werde. Klaus Person von der Verwaltung erklärte, dass weiter hinten die Gemeinde einen Parkplatz für den öffentlichen Bedarf anlegen will. Die Frage, wie viele Stellplätze das Forum schaffen muss, könne erst mit dem konkreten Bauantrag beantwortet werden.

Schließlich kam von den zahlreichen Zuhörern noch die Frage nach der Versorgung mit Trinkwasser und der Entsorgung des Schmutzwassers. Die Trinkwasserversorgung, so Walter, solle über einen Grundwasserbrunnen erfolgen und die Schmutzwasserentsorgung über eine Abwassergrube.