10. Dezember 2014  Quelle: Schwetzinger Zeitung

Neubauten auf Golfplatz möglich

Gemeinderat: Bebauungsplan-Entwurf erhält große Zustimmung

Gemeinderat: Bebauungsplan-Entwurf erhält große Zustimmung

Neubauten auf Golfplatz möglich

Von unserem Redaktionsmitglied Ralph Adameit

OFTERSHEIM. Der Golfplatz nahm gestern Abend wieder einmal großen Raum bei der Sitzung des Gemeinderats ein. Bei zwei Gegenstimmen der Grünen-Fraktion billigte das Gremium den Vorentwurf zum Bebauungsplan. Dieser soll im Januar und Februar öffentlich ausgelegt werden. Der Vorentwurf sei so weit fortgeschritten, dass man nun in einen Dialogmit Behörden, der Bevölkerung und Naturschützern einsteigenkönne, sagte Dorothee Wiesehügel vom Ingenieurbüro Bresch Henne Mühlinghaus (BHM), das im Auftrag der Gemeinde die Vorarbeiten für den Bebauungsplan erledigt hat. Insgesamt sollen etwa 54 Hektar Gelände überplant werden, 49 davon betreffen den derzeitigen Golfplatz, rund 5 die beiden Äcker vor der Einfahrt. Diese sollen später für eine neue Driving Range (Abschlagfläche) und den Neubau eines Gebäudes genutzt werden. Auch der Zufahrtsbereich soll verlagert und ein neuer Parkplatz angelegt werden, präsentierte die Stadtplanerin der Öffentlichkeit etliche mögliche Neuerungen bezüglich der Zukunft des Golfplatzes. Unter dem Punkt bauliche Nutzungen stellte Wiesehügel die geplanten Baufenster vor -so werden die Grundstücksflächen bezeichnet, auf denen ein Bauwerk oder Gebäude errichtet werden darf.

Großes Baufenster für Clubhaus

So ist für das Clubhaus ein Baufenster von 2900 Quadratmetern vorgesehen. Man könnte also ein viel größeres Clubhaus als das bestehende bauen, wollte Rat Patrick Schönenberg (Grüne) wissen. Theoretisch ja, lautete die Antwort von Wiesehügel und Bürgermeister Jens Geiß. Jens Rüttinger (SPD) fragte, ob die Nebenanlagen - die im Plan als nicht standortbezogen und nicht größer als zehn Quadratmeter ausgewiesen sein sollen - seitens des Pächters auch für eine Erweiterung, etwa des Clubhauses, genutzt werden könnten. Ortsbaumeister Ernst Meißner verneinte dies.

Wiesehügels Kollege Michael Renz ist für den ökologischen Aspekt des Bebauungsplans zuständig. Durch die geplanten Eingriffe ergebe sich ein Minus von 17 800 Ökopunkten im Bewertungsverfahren hinsichtlich der Umweltverträglichkeitsprüfung - das sei aber angesichts der Fläche nicht viel, urteilte Renz.   Als  Ausgleichsmaßnahmen

stellte er die Entwicklung von lichtem Kieferntrockenwald mit natürlichem Unterwuchs in der Größe von 3,4 Hektar - außerhalb des Golfplatzes - sowie Sanddünen-Trittsteine zur Biotopvernetzung vor. Zudem soll ein ganzheitliches Pflegekonzept entwickelt werden.

Antrag der Grünen knapp abgelehnt

Schönenberg kritisierte die arten-schutzrechtliche Prüfung. Seiner Meinung nach gebe es Widersprüche - für ihn sei unklar, wie groß die geprüfte Fläche sei und er wollte von Renz wissen, ob dieser ausschließen könne, dass in einem bestimmten Gebiet die streng geschützten Zauneidechsen vorkommen. Nach einem längeren Wortwechsel sagte der BHM-Biologe, dass man dies praktisch nie gänzlich ausschließen könne. Grünen-Rat Schönenberg hatte gleich zu Beginn der Sitzung per Antrag den Tagesordnungspunkt in den nichtöffentlichen Teil verschieben wollen, was mit 8:7 Stimmen knapp abgelehnt worden war. SPD und Grüne hatten dafür gestimmt, CDU sowie Friedbert Schnabel und Karlheinz Urschel (Freie Wähler) dagegen; der Rest hatte sich enthalten. Urschel signalisierte, dass seine Fraktion den Vorentwurf geschlossen billige. „Wie bei allen fast 70 Jahre alten Sportanlagen muss auch diese mal erneuert werden", sagte er und bewertete die Ausgleichsmaßnahmen als positiv. „Wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt alle Fragen beantwortet", verkündete Annette Dietl-Faude für die CDU. Der Weiterbetrieb des Golfplatzes sei sowohl in finanzieller Hinsicht als auch unter den Gesichtspunkten Renommee sowie Freizeit- und Sportangebot für die Gemeinde unverzichtbar, sagte Jens Rüttinger (SPD). „Die sehr ausführliche Sitzungsvorlage ist für ehrenamtliche Gemeinderäte sowohl zeitlich als auch inhaltlich nur schwer zu erarbeiten. Hier müssen wir uns auf die Darstellungen der Verwaltung verlassen, was wir heute tun", merkte er noch an. Die heute vorhandenen Arten hätten sich trotz des jahrzehntelangen Betriebs angesiedelt - mit diesem Bebauungsplan werde der Golfplatz sogar aufgewertet, fand Peter Pristl (FDP).

Runder Tisch tagt am 19. Februar

Bürgermeister Geiß gab noch bekannt, dass für den 19. Februar das zweite Treffen des Runden Tischs geplant sei - ein früherer Zeitpunkt sei wegen der schwierigen Terminabsprache nicht möglich gewesen.