20. März 2014  Quelle: baden online (www.bo.de)

Gfizsee wird von Algen befreit

Technischer Ausschuss hat Maßnahmen am Gifizsee zugestimmt / Gesamtkosten: 250 000 Euro

Wenn mehr Badegäste in den Sommermonaten 2015 und 2016 an den Gifizsee strömen, weil das neue Kombibad in dieser Zeit gebaut wird, will die Verwaltung bezüglich der Wasserqualität am See keine bösen Überraschungen erleben. Daher soll nun eine Filteranlage gebaut und am Süd­ufer eine Flachwasserzone eingerichtet werden.

Der Gifizsee ist seit Jahren immer wieder Thema auf den Tagesordnungen der Ausschüsse. Seit der Blüte von Blaualgen im Herbst 2006 ringt der Gemeinderat um die richtige Lösung, die Wasserqualität nachhaltig zu sichern. Größtes Problem des ehemaligen Baggersees ist der Gehalt an Phosphat im Wasser, der das Wachstum von Algen begünstigt. Um mittelfristig Ruhe vor übermäßiger Algenblüte – wie im Herbst 2006 – zu haben, muss das Phosphat verringert werden.

Nach etlichen Untersuchungen und Vorschlägen in den letzten Jahren hat sich der Technische Ausschuss in seiner gestrigen Sitzung nun mehrheitlich für eine Maßnahme ausgesprochen. Der zu erwartende Anstieg an Badegästen wegen des Baus des neuen Kombibads hatte die Verwaltung veranlasst, schnell zu einer Lösung zu kommen.

Mithilfe eines technischen Filters mit Mikroflotation soll das phosphathaltige Wasser an einer der tiefsten Stellen des Sees abgepumpt werden. Dort in der tiefsten Wasserschicht, so erläuterte Jochen Bresch vom Planungsbüro Bresch Henne Mühlinghaus, sei in den Sommermonaten Wasser ohne Sauerstoff vorhanden, sodass sich Phosphat aus dem Sediment rücklösen könne. Das phosphathaltige Wasser werde dann in einen Container am Ufer geleitet. Dort werde ein chemisches Fällmittel zugeführt, dass  zu einer Ausflockung des Phosphates führe. Durch Zugabe von Luftbläschen werden die Phosphatflöckchen dann gebunden und treten als Schaum an der Oberfläche auf, der abgesaugt und entsorgt werden kann.

Der Filter kostet 170?000 Euro, die Betriebskosten liegen jährlich bei 19000 Euro. Vorteil des Filters laut Landschaftsplaner Bresch: Der Container sei mobil und könne, sollte eine Algenpest auftreten, auch im Bereich des Freibades eingesetzt werden. Die Algen könnten dann von der Oberfläche abgesaugt werden.

Unterstützend sollen die Uferböschungen von Hölzern  freigehalten werden, damit  der Schatten verschwindet und in Folge Wasserpflanzen, die Phosphat binden, wachsen können. Im Süden des Sees soll zudem eine flache Uferzone angelegt werden. Gesamtkosten aller Maßnahmen: 250?000 Euro.

Während sich CDU-Chef Kurt Feger dafür erwärmen konnte, waren von SPD und Grünen kritische Töne zu hören. SPD-Stadtrat Heinz Hättig äußerte »große Skepsis«. »Was ist bei dem Filter anders als bei der Tiefenwasserableitung?« Ihm fehle eine Auswertung, ob das Abpumpen in den Flutgraben etwas gebracht habe. Auch Angelika Wald, Sprecherin der Grünen-Fraktion, hatte noch viele ungeklärte Fragen. Wo soll der Container hin, mache er Lärm, und wie hoch sei überhaupt der Phosphatwert? Wald wollte außerdem wissen, aus welchem Grund die Verwaltung es mit dieser Maßnahme plötzlich so eilig habe.

Start könnte August sein Thomas Bauknecht von der FDP stimmt zwar zu, zitierte aber den ehemaligen Grünen-Stadtrat und jetzigen Landtagsabgeordneten Thomas Marwein, der stets gesagt habe, »nichts zu machen ist das Beste.« Wolfgang Schrötter von den Freien Wählern äußerte ebenfalls seine Zustimmung, hatte aber noch einige Verständnisfragen, wie etwa, ob der Schaum und das chemische Fällungsmittel in den See geraten würden, was Ingenieur Bresch verneinte.

Am Ende fand der Vorschlag der Verwaltung eine Mehrheit: Kurt Feger, Regina Heilig (CDU), Wolfgang Schrötter (FW) und Thomas Bauknecht (FDP) waren dafür, Uta-Maria Klingenberger von den Grünen stimmte dagegen und Heinz Hättig sowie Gerhard Schröder von der SPD enthielten sich.

Wenn das Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz das Vorhaben genehmigt hat, kann die Ausschreibung veröffentlicht werden. Baubeginn könnte dann im Juli, Inbetriebnahme der Anlage im August sein.

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