27. Juni 2013  Quelle: http://www.badische-zeitung.de/

Große Pläne für Seepark am Gifiz

Beliebtes Naherholungsgebiet soll noch attraktiver werden

OFFENBURG. Das Gifizareal soll zu einem attraktiven Seepark mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten ausgebaut werden. Die Bandbreite reicht dabei von einem Rundweg am Wasser entlang über schönere Liegeflächen, Ruhezonen, Sitzgelegenheiten und Spielplätzen bis zum Umbau des Tiergeheges zu einem echten Streichelzoo und der Modellierung eines Aussichtshügels auf der See-Halbinsel. Auch eine Fortführung des Strandbades als frei zugängliches Naturbad ist in der Diskussion.

Offenburgs beliebtestes Naherholungsgebiet hat "Riesenpotenzial": Das sagen die Landschaftsarchitekten Jochen Bresch und Prof. Sigurd Henne vom Bruchsaler Büro BHM, die bereits seit 2011 gemeinsam mit Offenburgs Grünplanerin Jutta Herrmann-Burkart an einem "Entwicklungskonzept Gifizareal" arbeiten. Besondere Qualitäten sehen sie im Wassererlebnis sowohl am See selbst wie auch an der Kinzig und in der Lage des Gebietes als Tor zum Schwarzwald. Viele Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung bieten aus Sicht der Experten die Uferflächen. Aber auch Teilbereiche des Geländes um den See könnten durch Bodenmodellierungen noch attraktiver werden, etwa im Bereich des Flutgrabens. 

Es mangelt an attraktiven Aufenthaltszonen am Wasser: Die Grünplaner sehen die Zugänglichkeit zum See stark eingeschränkt. Die Böschungen sind zu steil, die Ufervegetation ist zu dicht, manche Abschnitte sind kaum einsehbar und entziehen sich damit auch der "sozialen Kontrolle". Um diese Missstände zu beseitigen, soll der Uferbewuchs ausgelichtet werden, ist an die Anlage von Badebuchten, Uferterrassen und befestigte Seezugänge gedacht sowie an zusätzliche Stege und Plattformen im Wasser. Dabei soll das Westufer stärker einbezogen werden, während der Osten naturnäher bleiben soll. Für stark ausbaufähig halten die Planer auch das Angebot an Spielflächen, wobei hier auch Angebote zum Spielen am Wasser und rund ums Thema Wasser geschaffen werden sollen.

Naturbad kommt als mögliche Alternative zum Strandbad ins Spiel: Zwei Varianten stehen für den Bereich des Strandbades zur Diskussion. Im einen Fall soll das Strandbad in den Wintermonaten für jedermann zugänglich sein, sodass auch ein Uferweg um den See möglich wird. Im Sommer werde der Badebetrieb mit Nutzung von Umkleiden und WC beibehalten. Am Nordwestufer sollen Rasenterrassen zum Liegen angelegt werden, ein Flachwasserbecken und die Umgestaltung des Rutschenauslaufes sollen das Bad für Familien mit Kindern attraktiver machen. Derzeit wird im Strandbad ein neuer Steg montiert, der auch einen Lift für Rollstuhlfahrer umfasst.

Als Alternative (siehe Infografik) wird bei einer "Variante Naturbad" das nördliche Ufer vollständig in den Seepark integriert. Alles wird öffentlich, es gibt keine Abtrennungen mehr, die Strandbadgebäude werden entfernt. Die vorhandene Gastronomie – das "Essgut" – soll dadurch eine hohe Attraktivität erhalten, die soziale Kontrolle gestärkt werden.

Ein durchgängiger Uferweg würde das Areal der Segler zerschneiden: Ein Vorschlag der Planer ist ein durchgängiger Uferweg, der freilich nicht nur das Gelände des "Essgut" und des Strandbades, sondern auch des Offenburger Segelclubs Gifiz (OSCG) durchschneiden würde. OSCG-Vorsitzender Reinhard Edenhofner kann sich damit gar nicht anfreunden: "Wir lassen gerne mit uns über einen neuen Zuschnitt des Geländes reden – aber eine Zerteilung durch einen Rundweg ist nicht akzeptabel." Nicht nur für die engagierte Jugendarbeit des seit fast 50 Jahren ansässigen Vereins sei der direkte Seezugang ohne trennende Zäune wichtig. Auch müssten die mehrheitlich an Land gelagerten Boote ungehindert und teils per Seilwinde zu Wasser gebracht werden können – ohne Passanten zu gefährden.

Halbinsel mit Aussichten und ein Streichelzoo für Kinder: Die Halbinsel bleibt künftig ohne Gastronomie. Damit kann dort der Wunsch aus dem Stadtteil nach einem Quartiersplatz erfüllt werden. Der Blick auf den See soll freier werden, die Halbinsel in einen Rundweg einbezogen. Durch den Bau einer Erdskulptur könnte ein Aussichtspunkt entstehen. Am Seeufer gegenüber, wo derzeit noch das eingezäunte Tiergehege ein wahrer Publikumsmagnet ist, könnte ein richtiger Streichelzoo für Kinder entstehen.

Termine: Am 1. Juli (17 Uhr, Technisches Rathaus) berät der Planungsausschuss das Thema, eine Bürgerinformation folgt am 15. Juli, 18 Uhr, Stadtteilzentrum Uffhofen

Pressemitteilung