06. Februar 2013  Quelle: Baden Online (www.bo.de)

Neue Matten – umgekrempelt

In Schutterwald läuft derzeit die Renaturierung des Gebietes / Ausgleich für die Feiße Bündt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gemeinde Schutterwald lässt derzeit die Neuen Matten renaturieren. Büsche drohen das Gebiet zu verlanden und müssen entfernt werden. Außerdem wird die Fläche aufgelichtet.

Schutterwald. In den Neuen Matten auf der Gemarkung von Schutterwald werden derzeit Renaturierungsmaßnahmen unternommen. Unter anderem werden Gräben, Senken und Tümpel aufgelichtet. Deshalb müssen Hölzer entfernt werden, die dem Boden Sonne wegnehmen und die Flächen überwuchern. Darüber hinaus werden die Inseln von zwei der vier Tümpeln im Gebiet abgeflacht.

Der Lebensraum rund um die Gewässer wird so für Amphibien und Libellen attraktiver. Gehölze am Tümpelufer und auf den Inseln, die langfristig zu einer Verlandung des Gebiets führen würden, sind entfernt worden. So wird das Röhrichtwachstum gefördert, was zum Beispiel dem Teichrohrsänger als Lebensraum dient. »Außerdem profitieren Enten und andere Wasservögel von der Maßnahme, das sie nun auf den freigestellten Inseln vor Fressfeinden geschützt brüten können«, erklärt Isis Mogut vom Landschaftsarchitektenbüro Bresch Henne Mühlinghaus (BHM), das die Arbeiten in den Neuen Matten betreut.

Das Ökokonto

Die Gemeinde Schutterwald hatte die Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des Ökokontos in Auftrag gegeben. Es ist gesetzlich festgelegt, dass die Gemeinde bei der Ausweisung eines neuen Baugebiets, in Schutterwald das Neubaugebiet Feiße Bündt, eine Ausgleichsfläche schaffen muss (siehe Hintergrund).

Das Prinzip ist einfach: Was an gewachsenen Strukturen vernichtet wird, muss an anderer Stelle wieder in die Natur investiert werden. Das so genannte Ökokonto erleichtert dabei zukünftige Bauprojekte, weil es ermöglicht, die Ausgleichsmaßnahmen vorab zu konzipieren und zum Teil auch schon umzusetzen. Man könne damit »auf Vorrat Verbesserungen schaffen«, erläutert Bruno Hahn, Ortsbaumeister von Schutterwald. »Es ist wie eine Sparkasse von Ausgleichsflächen, die in Zukunft benötigt werden. Wir werden tätig, lange bevor der Bagger anrückt.« Der Prozess läuft also schneller und konfliktärmer ab.

Konto seit 2007

Die Gemeinde Schutterwald hat das Konto bereits seit 2007. Darin ist etwa festgelegt, dass die Wiesen in den Neuen Matten jährlich gemäht werden, um heimische Arten wieder neu anzusiedeln und zu erhalten. Für diese Tätigkeit bekommt die Gemeinde Punkte auf das Ökokonto, die bei künftigen Bauprojekten benötigt werden. Deshalb renaturierte die Firma Forst Kramberg (Kreis Konstanz) das Gebiet Neue Matten – in drei Tagen in der vergangenen Woche. Sie war auch schon im Naturschutzgebiet Unterwassermatten tätig. »Ein Großteil ist abgeschlossen, je nach Witterung können wir noch im Februar die Restarbeiten erledigen«, sagt Isis Mogut von BHM.

Im Lauf der nächsten Woche soll das Holz abtransportiert und die Wurzeln zum Teil gefräst werden, um ein schnelles Nachwachsen der Büsche zu verhindern. Bei schlechtem Wetter könnten die Arbeiten aber noch bis zum Frühjahr andauern.

Hintergrund:

Der Entwurf zum Wohngebiet Feiße Bündt steht – im Oktober 2012 segnete ihn der Gemeinderat einstimmig ab. Die Verwaltung hatte die erste Beratung des neuen Wohngebietes zum Anlass genommen, die Wünsche des Gemeinderates einzuarbeiten. Die Feiße Bündt hat nun eine Verbindung zur Hauptstraße. Die beschlossene Variante ist zunächst ohne Altenheim geplant. Bis zur Offenlage (nach der beschlossenen frühzeitigen Beteiligung) müsse die Grundsatzentscheidung fallen, so Ortsbaumeister Bruno Hahn. Bürgermeister Martin Holschuh ergänzte: Bis dahin seien die Verhandlungen abgeschlossen. Später soll in aller Ruhe entscheiden werden, ob das Wohngebiet wirklich verkehrsberuhigt (mit Schrittgeschwindigkeit) oder als Tempo-20- oder Tempo-30-Zone ausgebaut wird.

Die Grundstücksgrößen bleiben zwischen 300 und 700 Quadratmeter

Pressemitteilung